Es ist an der Zeit, 19 Jahre nach dem Kauf des Vieux Vapeur durch den Verein Trivapor im Februar 2007, einen kurzen Rückblick zu machen:
Kurz nachdem der «Vieux Vapeur Neuchâtel« in Besitz von Trivapor übergegangen ist, haben Hans Gasser und André Bernoulli mit der Demontage der nicht originalen Elemente im Schiffsinneren März 2007 begonnen. (Kühlraum, Dancing, Bar, Entrée etc.) Bald kamen weitere Bénévoles hinzu, vor allem Deutschschweizer. Der Arbeitstag war hauptsächlich der Donnerstag deshalb der Name «Jeudistes»! Während den folgenden 3 Jahren wurde das Schiff immer mehr ausgehöhlt und noch brauchbare Dinge der Inneneinrichtung laufend verkauft.
Im September 2010 wurde das Schiff aus dem Hafen von Neuchâtel nach Sugiez geschleppt und mit dem grössten Kran der Schweiz auf Land gesetzt. Anschliessend entstand mit Hilfe der Jeudistes und Zulieferern über Monate eine provisorische Werftanlage. Gleichzeitig wurde als Erstes die Schiffschale von ca. 250 Kg Muscheln befreit. Der Zustand der Metallschale wurde daraufhin durch die Werft Shiptec (LU) analysiert.
Mit ausrangierten Wohnwagen, Containern, Sanitärcontainer, Baukran und Wasser- und Stromverteilung etc. haben die Jeudistes die notw. Infrastruktur, wie Büro, Essraum, Materiallager Arbeitsplätze erstellt, damit die Schiffswerft Shiptec eine vernünftige Infrastruktur für das Grossprojekt vorfindet.
Inzwischen ist die Gruppe der Jeudistes auf über 16 Personen gewachsen, auch Welsche kamen hinzu. Das Know-How der Pensionierten liess sich sehen: Schreiner, Spengler, Sanitär, Elektriker, Matrose, Mechaniker und Allrounder.
Über knapp 4 Jahre wurden somit Hilfsarbeiten von total 25, vorwiegend pensionierten Fachkräften, der Leistungen von geschätzten 100’000 Fr. erbracht. Auch originale Einzelteile wie, Ankerwinde, Windhuzen, Beiboot, originale Wandlampen, Positionslichter etc. wurden von einzelnen Jeudistes beigebracht und zum Teil restauriert.
Wir waren eine ‘Familie’ während einer interessanten Zeit. Gute Gespräche unter den Jeudistes während der Mittagspause (u.a. verbunden mit einem Glas Wein) gehörten zur Tagesordnung.
Im Frühjahr 2014, mit Aufnahme der fahrplanmässigen Linienkurse wurden die Arbeiten weniger und konzentrierten sich auf den Unterhalt und kleinere Einsätze, wie Mithilfe bei der Maschinenpflege, Mobiliar, Inneneinrichtungen, Reinigung, Reparaturen und allgemeine Kontrolle . Ein Patrimoine mit seinen Elementen fordert ähnlich einem Oldtimer regelmässige Pflege, die teilweise über die Jahre von der Jeudiste-Gruppe gemacht wurde.
Nach mehr als 18 Jahren Engagement wurden es (trotz einzelner Zuzüger) infolge zunehmenden Alters und diverser körperliche Einschränkungen, Krankheiten und Todesfall . immer weniger aktive Bénévoles.
Die Koordination mit LNM war gut und es herrscht gegenseitige Hilfsbereitschaft und Respekt. Inzwischen ist unsere Gruppe auf ca. 7 Personen geschrumpft. Überraschender Weise hat mein sehr geschätzter Nachfolger Reto Soland aus beruflichen und familiären Gründen seinen Rücktritt eingereicht. Die Koordination und der Arbeitsabruf der Jeudistes wird mit der Zeit immer schwieriger!
Soll diese durch den Verein erbrachte Dienstleistung aufrecht erhalten bleiben, so ist eine Verjüngung mit engagierten Freiwilligen DRINGEND notwendig. Wenn unseren Mitgliedern das Leben und der Erhalt unseres Schiffes am Herzen liegt, so ist eine Bénévol-Recherche innerhalb ihres Bekanntenkreises äusserst wichtig und hilfreich!
Zu guter Letzt möchte ich allen Jeudistes für ihre jahrelange treu geleistete Arbeit von ganzem Herzen danken und ihnen wünschen, dass sie noch möglichst lange die Fahrt mit «ihrem» Schiff geniessen können!
André Bernoulli
Verantwortlich für Patrimoine